Samstag, 3. März 2012, 19:30 Uhr

ROSE IS A ROSE IS A ROSE IS A ROSE …:

HOMMAGE à GERTRUDE STEIN

Literarische Sprach- und Sprechkunst in Verbindung mit Musik und Live-

Cooking: Gina Mattiello (Stimme), Alison Blunt (Violine), Elisabeth

Harnik (Klavier), Heidi M. Richter (Live-Cooking/Rezepte aus dem Alice

B. Toklas Kochbuch

GERTRUDE STEIN, die Amerikanerin in Paris, war eine Außenseiterin und doch die

Achse, um die sich in Pariser Künstlerkreisen alles drehte. Jeden Samstag empfing sie

Gäste in ihrem bald legendären Salon, darunter u.a. Apollinaire, T. S. Eliot, Ezra Pound,

Braque, Matisse und Picasso, dessen Werke sie besonders schätzte. Die Revolution, die er

in der Malerei eingeleitet hatte, verfolgte sie literarisch. Sie schrieb, wie die Kubisten malten.

Sie war ein Picasso der Sprache. Ihre Portraits waren verbale Stilleben. Ihrer experimentellen

Kühnheit konnten nur wenige folgen, und lange musste die »Mutter der

Moderne« (Thornton Wilder) ihre Bücher im Selbstverlag veröffentlichen. 1933 hatte sie

zum ersten Mal Erfolg, bezeichnenderweise mit einem eher konventionell geschriebenen

Text, der Autobiographie von Alice B. Toklas, ihrer Lebensgefährtin über 40 Jahre in der

sie ihr eigenes Leben jenseits jeder Konvention schildert.

GINA MATTIELLO tritt seit 1999 als Performerin in experimentellen

Theaterproduktionen auf. Im Zentrum ihres Interesses stehen die Aufführung von zeitgenössischen

Texten sowie die Text- und Sprachbehandlung von verschiedenen ausnotierten

und improvisierten Musikrichtungen.

Die Londoner Geigerin ALISON BLUNT und die Pianistin und Komponistin ELISABETH HARNIK sind zwei Grenzgängerinnen, die sich im Entwerfen ihres

Klangkosmos am liebsten an den Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Genres

bewegen.

Literarisches Material von Gertrude Stein sowie kompositorisches Material aus der

Textvertonung Solo for Voice von Elisabeth Harnik werden durch die Stimme von Gina

Mattiello gestaltend in die Klangwelten der Musikerinnen eingebracht, um improvisatorisch

bearbeitet zu werden. Die durch das Live-Kochen erzeugten Klänge werden als

Instrument verstanden und sind Teil der Performance.

Samstag, 21. April 2012, 19:30 Uhr

SPRINGTIME : ZEIT IM SPRUNG

Ein Violinabend mit Annelie Gahl

Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, Giacinto Scelsi, John Cage,

Elisabeth Harnik & Peter Jakober

Die Wiener Geigerin ANNELIE GAHL (geb 1965) stammt aus einer Musikerfamilie.

Sie begann das Violinspiel an der Universität Mozarteum bei Prof. Paul Roczek und

schloss ihre Studien 1991 an der Wiener Musikhochschule bei Prof. Ernst Kovacic ab.

Danach ermöglichte ihr ein Stipendium der Alban Berg Stiftung einen weiteren

Studienaufenthalt an der Northern Illinois University bei Shmuel Ashkenasi. Sie ist

Trägerin des Anton Bruckner Preises der Wiener Symphoniker.

Das musikalische Leben von Annelie Gahl ist durch große Vielseitigkeit gekennzeichnet.

1995 wurde die Geigerin Mitglied der Camerata Salzburg, im selben Jahr begann auch

ihre regelmäßige Mitwirkung im Concentus Musicus, dem Orchester Nikolaus

Harnoncourts. Ihr besonderes Interesse gilt der Kammermusik, hier vornehmlich im

Bereich der "Alten" und "Neuen" Musik. Einen besonderen Schwerpunkt bilden hier die

Werke von G. Scelsi, L. Nono, J. Cage und G. Ustvolskaia. Ihre erste Solo-CD „innaron“

mit Werken von H.I.F. Biber und zeitgenössischen österreichischen Komponistinnen und

Komponisten erschien 2005. Die Einspielung der „Melodies und Harmonies“ von John

Cage, gemeinsam mit dem Komponisten und Organisten Klaus Lang erschien 2010 bei

col legno und wurde umgehend mit dem Pasticcio Preis des ORF ausgezeichnet.

Auftritte mit renommierten Ensembles und Künstlern wie Ernst Kovacic, Vladimir

Mendelssohn, sowie Mitgliedern des Alban Berg Quartetts führten sie auf viele internationale

Festivals. Lehrverpflichtungen in Wien und an der Universität Mozarteum runden

ihre musikalische Tätigkeit ab.

Samstag, 12. Mai 2012, 19:30 Uhr

KIRSCHENRUMMEL

Vorführung des Dokumentarfilms “kirschen.rummel” von

Ulla Klopf und "Widerständige Frauen" – ein feministischer Beitrag

von Ilse Wieser

Im Anschluss Lesung und Kirsch-Kostproben aus dem "Kochbuch für

süddeutsche Küche" von Katharina Prato, 24. Auflage, 1895.

Der Film “kirschen.rummel” versteht sich als “Spurenlese”. Ausgehend von den

Informationen rund um die als “Kirschenrummel” bezeichnete Hungerrevolte von 1920

in Graz führt der Weg nach Hitzendorf und zum heutigen Rummel um die rote Frucht,

somit von der alten zur neuen Identität des Ortes als steirisches Kirschendorf.

In den ersten Nachkriegsjahren häuften sich auch in der Steiermark die Probleme bei der

Lebensmittelversorgung. Fast täglich kam es in den Städten zu Hungerdemonstrationen

mit Verzweiflungsausbrüchen und Plünderungen. So auch in Graz: Im Juni 1920 gab es

zahlreiche Beschwerden bei den Behörden bezüglich der zu hohen Lebensmittelpreise

und Frauen kündigten Demonstrationen an, falls die Preise nicht gesenkt würden. Am

Montag, den 7. Juni kam es zu Ausschreitungen in Graz, die in den Medien als

„Kirschenrummel“ bezeichnet wurden. Mit einem „Rummel“ hatten diese Revolten

wahrlich nichts gemeinsam, denn nach der Schießerei am Nachmittag waren 13 Tote zu

beklagen.

ULLA KLOPF, geboren 1968 im Mürztal, ist in Graz wohnende Grafikdesignerin und

Illustratorin und seit 1998 als Medienkünstlerin in den Bereichen Foto, Video und

Installation tätig. 2006 erhielt sie das CINESTYRIA-Filmstipendium des Landes

Steiermark. 2007 war sie bei der Diagonale mit dem Künstlerinnenportrait "TOISE"

vertreten.

ILSE WIESER (Graz) ist Koordinatorin von Nachwuchs- und Frauenförderungs-programmen

an der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien, Frauen- forschung und

Frauenförderung der Karl-Franzens-Universität Graz und Publizistin zur Grazer

Frauengeschichte.

Von 1991 bis 2008 leitete sie gemeinsam mit der Historikerin Brigitte Dorfer feministische

FrauenStadtSpaziergänge in Graz zur lange verdrängten Geschichte von Frauen

Freitag 1. Juni 2012, 20 Uhr

MYCOLOGICAL PRENNING

Einführungsvortrag in die Wunderwelt der Pilze

mit Dir. iR Harald Kahr anlässlich des 100.Geburtstages von John Cage

Der amerikanische Komponist, Philosoph, Maler und Dichter John Cage (1912-1992)

war ein herausragender Amateur-Mykologe, der die New Yorker Mykologische

Gesellschaft mitgegründet hat, in den 50er Jahren einmal ein TV-Quiz über Pilzkunde

gewonnen hat und sogar ein Buch über Pilze geschrieben hat („The Mushroom

Book“)….

Als Einstimmung auf seinen hundertsten Geburtstag am 5. September 2012 führt der

bekannte Grazer Mykologe Harald Kahr in bildhafter Form in die bemerkenswerte und

vom Schwammerlsucher kaum wahrgenommene „Wunderwelt der Pilze“ ein.

Die Lebensvorgänge der Pilze verlaufen unterirdisch und haben einen ganz wesentlichen

Einfluss auf den Zustand unserer Wälder, zum einen in Form von Holzabbau und zum

anderen in Form von Lebensgemeinschaften mit Bäumen. Pilze können sich nicht selbst

ernähren, wie das Pflanzen mit Hilfe des Blattgrüns und des Sonnenlichtes vermögen

und das heißt, dass sie durch den Abbau von organischen Substanzen ihre Fruchtkörper

also ihre Vermehrungseinrichtungen aufbauen oder in einer sinnvollen Lebensgemeinschaft

zwischen Pilz und Baum die notwendigen Zuckerstoffe entwickeln.

Anhand von Gegenüberstellungen werden auch ungefähr 40 Pilzarten hinsichtlich ihrer

unterschiedlichen Fruchtkörperausbildung vorgestellt und ihre Speisewertigkeit erläutert.

Samstag, 2. Juni 2012, 19:30 Uhr

LIEDER IM FREIEN ZU SINGEN

Kammerchorkonzert Ensemble CHIAROSCURO unter der Leitung von

Elfriede Moschitz mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, John

Cage, Morton Feldman, Giacinto Scelsi, Elfi Aichinger, Gerd Kühr u.a..

CHIAROSCURO war bereits im vergangenen Jahr zu Gast im Landhaus Feuerlöscher.

Die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Elfriede Moschitz beeindruckten das

Publikum im Rahmen der Veranstaltungsreihe KUGELSTEIN [eine Spurensuche].

Das Ensemble wurde anlässlich des 80. Geburtstags von Luigi Nono (venezianischer

Komponist, 1924 - 1991), im Herbst 2004 von der Dirigentin, Musikwissenschafterin,

Komponistin und Sängerin ELFRIEDE MOSCHITZ, in Graz gegründet.

Schwerpunkte liegen auf Interpretationen vielschichtiger a - cappella Chormusik für

Kammerensemble. Werke von Luigi Nono (Liebeslied, Grazer Erstaufführung), Giacinto

Scelsi, Eric Satie, John Cage, Morton Feldman, György Kurtág, Beat Furrer,  Karl-Heinz Stockhausen u.v.a.m.

Das Programm dieses besonderen Abends umfasst Beispiele eines Repertoires aus verschiedenen

Epochen der Musikgeschichte bis zur Gegenwart welches einen sehr spezifischen

Umgang mit der Vokalmusik hör- und erlebbar machen will.

Donnerstag, 21. Juni 2012, 20 Uhr

„DER STERN VON DEM WIR LEBEN“

Vortrag mit Manuela Temmer (Institut für Physik, Universität Graz),

musikalische Umrahmung: Studierende der Kunstuniversität Graz mit

Werken von K. H. Stockhausen

Der Lebensquell, der die Geschichte der gesamten Menschheit bestimmt, ist unser nächster

Stern, die Sonne. So wichtig sie auch für uns erscheint, im Vergleich zu den

Milliarden Sternen in unserem Milchstraßensystem ist sie lediglich Durchschnitt. Für die

Astrophysik stellt die Sonne jedoch ein Labor dar, welches uns Hinweise zu den

Vorgängen in unserem Universum liefert, denn sie ist der einzige Stern dessen

Oberfläche wir beobachten können. Faszinierend dabei ist die Aktivität der Sonne, die

sich auf der Erde in höheren Breiten unter anderem als Nordlicht unmittelbar bemerkbar

macht. Diese kurzfristige Erhöhung der Strahlung birgt aber, speziell für den modernen

Menschen, große Gefahren. Durch die Abhängigkeit von Satellitentechnik (zB.

GPS, TV, Handy) und Globalisierung benötigen wir heutzutage das Wissen über unseren

Stern mehr denn je.

Umrahmt wird der Vortrag mit Intuitiver Musik von K. H. Stockhausen. Studierende

der Kunstuniversität Graz interpretieren ausgewählte Stücke aus den Zyklen Für kommende

Zeiten (Nr.33, 1968-1970) und Aus den sieben Tagen (Nr.26, 1968). Die Textkompositionen

enthalten verbale Spielanweisungen, die aus der Intuition heraus im meditativen

Ensemblespiel realisiert werden.

 

Samstag, 14. Juli 2012, ab 17 Uhr

SOMMERFEST IN PRENNING

18 Uhr: Konzert „DIE SALIGEN“ (Salzburg):

Anna Katharina Pföß (Gesang, Klarinette, Ziehharmonika, Gitarre),

Lydia Rettensteiner (Gesang, Harfe, Hackbrett, Vibraphon), Anneliese

Schneider (Gesang, Cello), Irmgard Wimmer (Gesang, Harfe)

Vier Musikerinnen aus dem Salzburger Land durchstreifen die Gefilde der Volksmusik,

entdecken alte Jodler, Lieder und Spielstücke neu und interpretieren sie - mit viel Lust

und Laune am Experimentieren.

Texte aktuellen Inhaltes entstehen und verbinden sich trotz gelegentlicher Schärfe auf

ein Leichtes mit einer Musik, die Volksmusik im ursprünglichen Sinn ist. Also eine, die

sich noch nie um gezogene Trennlinien gekümmert hat. Die wären auch schwer zu ziehen,

liegen die musikalischen Wurzeln der vier Musikerinnen doch in der Volksmusik, in

der Klassik sowie im Jazz.

Dem Ensemble namentlich Patin gestanden haben die saligen Frauen, jene

Sagenwesen, die der Legende nach in Felswänden und Höhlen beheimatet sind. Ihr

Gesang kündet auf erfreuliche Weise wichtige Ereignisse im Ort an, manchen Unfug leisten

sie sich dabei auch…